Thailand

5 fantastische Inseln in Thailand

Der perfekte Trip

Digital Redaktion
basierend auf einem Text von Oliver Berry
vom 07.10.2025
© Parilov, Shutterstock

Montag: Seele baumeln lassen am goldfarbenen Strand. Dienstag ein Spaziergang durch den Dschungel. Am Mittwoch eine Bootstour zu geheimnisvollen Höhlen … Eine Reise zu den schönsten und interessantesten Inseln in der Andamanensee. Hallo, Aussteigerfeeling! Lonely Planet entführt dich auf 5 wunderbare Inseln in Thailand.

1. Ko Yao Noi

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Unberührtes Inselparadies? Nicht ganz, auch hier halten die Tagestouristen.

Die Tagesfähre legt am kleinen Pier von Ko Yao Noi an, und sofort wuselt es vor Menschen – als wäre die halbe Insel zur Begrüßung aufgekreuzt. Muskelbepackte Männer laden stapelweise Kisten in wartende Trucks, während Heimkehrer von ihren Familien empfangen und in knatternde Tuk-Tuks verfrachtet werden. Die stehen aufgereiht wie Hühner am Kai.

Eine Insel wie früher

Touristen? Gibt es hier kaum. Auf der nur zwölf mal sechs Kilometer großen Insel leben rund 4000 überwiegend muslimische Bewohner. Anders als andere thailändische Inseln ist Ko Yao Noi von Urlaubern noch relativ unentdeckt geblieben – ganz im Sinne der Einheimischen.

"Wir sehen ja, wie die anderen Inseln sich verändert haben", erzählt Su Potpradit, die hier für nachhaltigen Tourismus verantwortlich ist. "Wir wollen an dem festhalten, was unsere Heimat besonders macht: die Kultur, die Geschichte und unsere einfache Art zu leben. So wie Ko Yao Noi noch heute ist, waren alle Inseln Thailands früher."

Demokratie im Paradies

Su Potpradit lacht fröhlich: "Wir sind hier eine große Familie – jeder kennt jeden und alle passen aufeinander auf." Die Gemeinschaft funktioniert dank ihrer demokratischen Struktur: Eine Gruppe von Dorfbürgermeistern, den Phu Yai Ban, trifft alle wichtigen Entscheidungen gleichberechtigt.

Sanfter Tourismus

Zwar hat sich auch Ko Yao Noi dem Tourismus geöffnet, doch die meisten Resorts konzentrieren sich auf den Südosten – dem Trubel kann man also entgehen. Viele Unterkünfte sind Homestays mit Familienanschluss inklusive. Die wenigen Urlauber vergnügen sich an den von Klippen und Palmen gesäumten einsamen Stränden der Ostküste.

Ein Großteil der Insel wird von saftig grünem Wald überwuchert. Wasserbüffel und wilde Hühner streifen zwischen Palmen und Banyanbäumen umher, während auf den Feldern abendliche Schatten auf Reispflanzen und Kautschukbäume fallen.

Su Potpradit verabschiedet sich zum Einkaufen und entschwindet in einer winzigen Marktbude, wo Frauen Sarongs in tropischen Farben färben. Das Leben auf Ko Yao Noi fließt wie ein langer, schöner Fluss.

2. Phang Nga

© Jaded Art, Shutterstock
Hier gehst du auf Erkundungstour mit Booten in allen Größen.

Die Sonne erhebt sich rosarot über der Bucht von Phang Nga. Als das Longtail-Boot über die Wellen hüpft, schießen Seevögel herab und gleiten durch die Gischt, die der Bootsmotor aufgewühlt hat. Vor uns ragt eine Kette spitzer, von Dschungel überzogener Inseln aus dem türkisblauen Ozean.

Urzeit-Landschaft im Andamanenmeer

Wir sind im Ao-Phang-Nga-Meeresnationalpark – mit 400 Quadratkilometern einer der größten Thailands. Er erstreckt sich zwischen Phuket und Krabi und birgt eine geologische Sensation: Vor Jahrtausenden war dies offenes Auenland. Nach der letzten Eiszeit wurde es überflutet und in ein Gewirr bizarrer Inseln verwandelt.

Die porösen Kalksteinfelsen ragen bis zu 350 Meter aus der Andamanensee heraus, durchlöchert von Grotten, Tunneln und Höhlen weit unter der Meeresoberfläche. Viele Inseln haben von hohen Felswänden eingeschlossene Lagunen – sogenannte Hongs –, die meist nur bei Ebbe für wenige Stunden zugänglich sind.

007 lässt grüßen

Weltberühmt wurde diese atemberaubende Landschaft durch den James-Bond-Hit "Der Mann mit dem goldenen Colt". Bonds Gegenspieler Scaramanga versteckte auf dem steinigen Gipfel von Khao Tapu seinen Super-Laser. Heute heißt der Felsen offiziell "James Bond Island" und zieht täglich Hunderte Touristen an.

Geheimplätze per Kajak

Von Phuket aus kannst du per Boot Tagesausflüge in die Phang-Nga-Bucht unternehmen. Echte Geheimplätze entdeckst du allerdings nur mit einem gemieteten Kajak – am besten in der Morgen- oder Abenddämmerung, wenn die großen Touristenboote noch nicht oder nicht mehr da sind.

Insider-Guide Bao Thinkohyao

Eine Bootstour mit Bao Thinkohyao ist eine großartige Sache: Der auf Ko Yao Yai geborene Guide kennt die Bucht wie kaum ein anderer und führt dich zu versteckten Höhlen und unberührten Lagunen, die andere Touristen nie zu Gesicht bekommen.

Tipp: Buche früh am Morgen oder spät am Nachmittag – dann hast du die magischen Hongs fast für dich allein.

3. Surin-Inseln

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Ein Dorf der Moken im Ko Surin Marine National Park.

Es ist früher Morgen. Ein Geruch von Meersalz und Rauch hängt schwer in der Luft. Unter dem dichten Blätterdach des Dschungels entfachen einige Männer ein Holzkohlefeuer, während Frauen Körbe und Armbänder aus Rattan flechten. Kinder jagen über den Strand und schlagen Purzelbäume in der Brandung. Der Alltag der Moken.

Willkommen bei den Seenomaden

"Willkommen bei uns!", ruft Salaman, silbergelockt und in Bermudashorts. Sein lebhaftes Auftreten täuscht über sein wahres Alter hinweg. "Es ist eine Ehre, Sie in unserem Dorf zu begrüßen." Er führt Besucher an Pfahlhütten entlang zum Strand, wo Mini-Holzboote auf den Wellen dümpeln.

Das winzige Dorf auf Ko Surin Tai ist Heimat einer der letzten Moken-Gemeinschaften Thailands. Dieses uralte Nomadenvolk, auch Seezigeuner genannt, ist seit mehreren Jahrtausenden an den Küsten Südostasiens unterwegs.

Leben auf dem Wasser

Die Moken sind traditionelle Jäger und Sammler. Die meiste Zeit verbringen sie auf ihren überdachten Booten, den Kabangs, beim Fischen. Ans Land kommen sie nur für Frischwasser, bei Monsunregen – oder um Besucher zu begrüßen.

Wie viele indigene Völker verbindet die Moken ein enges Verhältnis zur Natur. Sie sind hervorragende Schwimmer und können minutenlang die Luft anhalten. Mokenkinder sehen sogar unter Wasser scharf – eine evolutionäre Anpassung, die Wissenschaftler fasziniert.

Dschungel-Apotheke und Tsunami-Warnung

Im Dschungel von Ko Surin Tai erklärt Salaman, dass fast jede Pflanze von den Moken genutzt wird: als Nahrung, Medikament oder Baumaterial. Mit seiner Machete schneidet er ein Pandan-Blatt ab – daraus lassen sich Kordeln flechten und Dächer bauen.

Ihre Sagen retten Leben: Dank einer Legende von einer riesigen Welle, die sich zurückzieht, bevor sie "die Menschen frisst", erkannten sie 2004 den Tsunami rechtzeitig und retteten sich in höhere Gebiete.

Zwischen Tradition und Moderne

Viele uralte Traditionen stehen im Widerspruch zur modernen Welt. Die meisten Moken haben keine feste Staatsangehörigkeit, was Bildung und medizinische Versorgung erschwert. Ihre traditionelle Fischerei gerät zunehmend in Konflikt mit dem Umweltschutz.

Doch es gibt Hoffnung: Die Moken profitieren vom steigenden Interesse an den Surin-Inseln. Sie verkaufen Kunsthandwerk, erklären ihre Kultur und begleiten Schnorchelausflüge.

Salaman blickt optimistisch in die Zukunft: "Wir sind ein sehr altes Volk und haben uns schon vielen Herausforderungen gestellt. Wir müssen lernen, Teil der modernen Welt zu werden, ohne zu vergessen, wer wir sind."

4. Ko Phi Phi

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Haben wir das Paradies gefunden?

Die schönsten Strände der thailändischen Inseln, sagt man, hat Ko Phi Phi. Im Westen der Hauptinsel Ko Phi Phi Don ragen zerklüftete Gipfel und dunkle Klippen in den Horizont. Deutlich sanfter gibt sich die Ostküste: Hier reiht sich eine weiße Bucht an die nächste, hinter Palmen und Schraubenbäumen verstecken sich hübsche Resorts mit Blick auf die Andamanensee.

Insel der tausend Gesichter

"Phi Phi ist eine Insel der Überraschungen", erzählt Sangsit "Top" Sriwarin. Der im Norden Thailands geborene Tauchlehrer arbeitet seit Jahren auf der Insel. "Die Landschaft ist unwahrscheinlich abwechslungsreich. Wir haben Berge, Strände, Höhlen, Klippen und Korallenriffe. Es ist ein wunderschöner Ort."

Phi Phis zerklüftetes Aussehen hat tatsächlich etwas Unwirkliches. Besonders das kleinere, unbewohnte Eiland Ko Phi Phi Leh im Süden wirkt unfassbar dramatisch. Umringt von pechschwarzen Klippen liegt hier Thailands wohl berühmtester Strand: Ao Maya.

The Beach-Hype und seine Folgen

Bis Danny Boyles Verfilmung von "The Beach" in die Kinos kam und alle Welt sah, wie Leonardo DiCaprio hier in die Fluten stieg, war dieser Platz ein lässiger Geheimtipp. Heute ist die als Nationalpark geschützte Bucht schon bei Sonnenaufgang voller schnorchelnder Ausflügler.

Auch die sichelförmigen Strände Loh Dalum und Ton Sai in der Mitte von Ko Phi Phi Don sind wieder feste Anlaufstellen der Urlaubermassen. 2004 wurde der schmale Landstreifen zwischen beiden Stränden durch den Tsunami verwüstet. Heute beleben neue Hotels und Läden den Ort – die Urlauber sind zurückgekehrt.

Versteckte Paradiese

Wer Ruhe sucht, wird fündig – nur eine Bootsfahrt entfernt. Mit Longtail-Booten kannst du stille Ecken erkunden, in die sich die Massen selten wagen: die herrliche Pilah-Lagune auf Phi Phi Leh etwa oder die nördlich gelegenen Inselchen Ko Mai Phai und Ko Yung, wo es im smaragdgrünen Wasser von Rotfeuerfischen, Leopardenhaien und Meeresschildkröten wimmelt.

"Man kann hier förmlich spüren, wie die Sorgen dahinschmelzen", sagt Top. "Ich war schon auf vielen Inseln, aber zu Hause fühle ich mich nur auf Ko Phi Phi." Versonnen blickt er über den geschwungenen Strand von Hat Laem Thong, wo Fackeln im Sand für Stimmung sorgen, während sich die Abendsonne in die karamellfarbene See ergießt.

Tipp: Besuche Ao Maya früh am Morgen oder spät am Nachmittag – dann hast du das berühmteste Stück Sand Thailands fast für dich allein.

Ko Lanta

© Paan Lily, Shutterstock
Mit Leidenschaft für die eigene Kultur - Traditionelle Thai Küche auf Ko Lanta.

"Wer Thailand verstehen will, muss unsere Küche kennen", erklärt Bim Kanmanee zu Beginn des Unterrichts. Wir sind in der Time for Lime Cooking School auf Ko Lanta Yai. Es ist früher Abend und eine leichte Brise weht vom Strand Hat Khlong Dao herüber. Nebenan in der schuleigenen Strandbar lassen Gäste kaltes Bier und Zitronengras-Margaritas durch ihre Kehlen gluckern, während Papierlaternen sanft im Wind schwingen.

Küchenmagie in Zeitlupe

Bim ist voll konzentriert auf ihre Arbeitsfläche. Dort türmen sich Bird-Eye-Chilis, Galgantknollen, Thai-Basilikum und Kaffir-Limetten. Sie greift nach einem Messer und hackt mit diesem riesigen Teil die Zutaten so rasant, dass man ihre Hände kaum noch sieht. Die unglaublich zierliche Frau vermischt alles zu einer groben Paste, und bald erfüllt eine herrliche Melange würziger Aromen die Luft.

Als alle Schüler probieren, ziehen sich ihre Mundwinkel zu einem glückseligen Lächeln nach oben. Bim kennt diese Reaktion und freut sich. "Das ist der echte Geschmack Thailands", verkündet sie stolz, "den wird man niemals im Glas kaufen können." Es ist der kulinarische Himmel auf Erden.

Pilgerstätte für Genießer

Vor zehn Jahren gründete Junie Kovacs Time for Lime – die erste Kochschule auf Ko Lanta. Seitdem pilgern Schüler von weither hierhin, um die Geheimnisse der traditionellen Küche zu entdecken. Reichlich Anschauungsmaterial finden sie vor ihren Nasen: An den Stränden reihen sich Seafood-Bars mit köstlichem Essen wie Perlen aneinander. In den Straßen des Hauptdorfs Ban Sala Dan bieten unzählige Läden bergeweise Pad Thai, Tom-Yum-Suppe und Gaeng Pah an.

Insel des entspannten Genusses

Ko Lanta ist noch ein Tipp für Leute, die Ruhe suchen. Obwohl seit einigen Jahren an der Westküste neue Hotels entstehen, geht es immer noch geruhsam zu. Zwei Höhlenkomplexe im Inselinneren, die Mangroven-Wälder im Südosten und die langen Strände – das sind die Sehenswürdigkeiten der Insel. Hier pflegt man nichts außer intensivem Müßiggang.

Essen als Religion

"Oft ist das, was unsere Schüler für Thaiküche halten, ja gar nicht authentisch", sagt Bim, die seit fünf Jahren in der Kochschule arbeitet. Essen ist in Thailand quasi Religion und untrennbar mit der Identität des Landes verbunden. Alles wird aus frischen Zutaten hergestellt: Limettensaft für die Säure, Palmzucker für die Süße, Fischsauce für die salzige Note und Chilis für die Schärfe.

Essen zieht sich sogar durch die Sprache. "Gin khao reu yung?", fragt man hier zur Begrüßung – "Hast du schon Reis gegessen?"

"Essen ist ein Teil von Thailands Seele", fährt Bim fort, während sie in einem verführerisch duftenden, blubbernden grünen Curry rührt. "Es bringt Menschen zusammen und das ist das Wichtigste im Leben."

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